Kinderarmut in Deutschland
Für das reiche Deutschland ist Kinderarmut eine Schande. Kinderarmut ist nicht nur ein materielles Problem, sondern Armut heißt auch Ausgrenzung. Warum steigt die Kinderarmut? Wer engagiert sich gegen die Kinderarmut? Kann die neue Koalitionsregierung Lösungen schaffen?
Reiches Land und Kinderarmut
Deutschland zählt nach seinem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (44.660 US-Dollar) zu den reichsten Ländern der Erde. Trotz des Reichtums ist Kinderarmut auf dem Vormarsch. Welche Kinder leben in Deutschland in Armut? Es gibt verschiedene materielle Armutsdefinitionen. Nach der üblichen Version gelten Personen und Familien als arm, wenn ihnen weniger als 60 % des Durchschnitts-Nettoeinkommens zur Verfügung stehen. Das entspricht einem Betrag von monatlich 870 Euro pro Kopf. Seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 ist die Kinderarmut angestiegen. 2,5 Millionen Kinder leben unterhalb der Armutsgrenze.
211 Euro (60 % des Erwachsenen-Regelsatzes) reichen für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren nicht aus. Für 211 Euro können die Eltern für ihre heranwachsenden Kinder nicht alle notwendigen Ausgaben bestreiten. Schuhe, neue Kleidung, ausgewogenes Essen, Teilnahme am Schulessen, Kosten für Schulbus, Taschengeld irgend etwas bleibt da ständig auf der Strecke.
Armut bedeutet Ausgrenzung
Kinder die aus armen Familien stammen, können nicht die angesagte coole Markenkleidung tragen. Am Schulessen und an Klassenfahrten können sie nicht teilnehmen. Oft besitzen sie kein Handy und keinen Computer. Von Gesprächen zu diesen Themen sind sie ausgeschlossen. Hobbys nachgehen in einem Sportverein geht nicht, weil das Geld für Sportkleidung, Sportausrüstung und für den Mitgliedsbeitrag fehlt. Besuche in Schwimmbädern und Kinos sind unmöglich. Armut bedeutet auch Wohnen in bestimmten trostlosen Stadtteilen, weil nur da die Mieten mit Hartz IV- Regelsätzen bezahlbar sind. Dies bedeutet dann auch Lernen in Schulen, die überfüllt sind und einen hohen Ausländeranteil haben. Hier können Lehrer weniger Zeit für Probleme des einzelnen Schülers verwenden. Lernen ist hier schwerer. Arme Kinder fühlen sich deshalb sozial ausgegrenzt und leiden verstärkt an Verhaltensauffälligkeiten.
Engagement gegen Kinderarmut
Es sind vor allem Vereine, die sich im Kampf gegen die Kinderarmut engagieren und den Kindern kostenlose Betreuung anbieten. Dies geschieht an nahezu allen Orten in Deutschland ohne große Publicity. Einige Vereine und Initiativen seien trotzdem hervorgehoben. Der Verein “Die Arche – christliches Kinder- und Jugendwerk e.V. Berlin-Hellersdorf“ betreibt Kindertagesstätten in Berlin, Hamburg, München-Moosach, Potsdam und Düsseldorf. Der Begründer Pfarrer Bernd Siggelkow wurde für sein soziales Engagement 2008 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Der deutsche Kinderschutzbund ist in 425 Kreisverbänden vor Ort präsent und leistet seine Arbeit nach dem Motto “Kinder brauchen eine Lobby. Damit ihre Träume in Erfüllung gehen“. Die Caritas Bochum wirbt Spenden ein für ganz spezielle bislang unerfüllbare Kinderwünsche. Taschengeld für eine Kur 50 Euro, Jahresbeitrag für Mitgliedschaft in einem Sportverein 75 Euro, Zehnerkarte für das Schwimmbad 12,50 Euro und für Schulausstattung 50-150 Euro. Auch 700 Künstler u.a. Münchner Freiheit, Holger Biege, Veronika Fischer und die Band Puhdys engagieren sich in der Initiative “Rock gegen Kinderarmut“. Bei Konzerten werden Gelder eingespielt für den Kampf gegen die Kinderarmut.
Weg aus der Kinderarmut
Die möglichen Lösungswege sind von der neuen Koalitionsreagierung aus CDU und FDP auf den Weg zu bringen. Mindestlöhne oder Lohnuntergrenzen sind notwendig, um eine zunehmende Beschäftigung in Niedriglohnbereich mit Löhnen unter 7 €/h zu unterbinden. Denn dadurch wird Armut trotz Arbeit begünstigt. Nachdem das Bundessozialgericht am 27.01.2009 entschieden hat das die Hartz – Sätze für Kinder bis zu 14 Jahren nicht rechtskonform sind, weil ihre Höhe nicht ausreichend vom Gesetzgeber begründet worden sind, liegt die Entscheidung beim Bundesverfassungsgericht. Die Oppositionsparteien im deutschen Bundestag haben sich allesamt für Mindestlöhne oder höhere Hartz IV- Sätze eingesetzt. Jetzt kommt es darauf an sich für die Umsetzung vehement einzusetzen.
Die Aussagen der beiden Regierungsparteien “Kinder sind unsere Zukunft“ bleibt eine Floskel, wenn dies weiterhin nur für Kinder aus reichen Familien gilt.





Das Problem ist noch etwas schwieriger! Lesen Sie “Kinderarmut in Deutschland” unter http://www.meudalismus.dr-wo.de/html/kinderarmut.htm
Sehr geehrter Herr Dr. Wozniewski,
danke für Ihre Meinung.Das Problem stellt sich schwieriger dar, ist Ihre Aufassung.
Mit meinem Artikel ging es mir aber darum die Beschäftigung der Politik mit dem Thema Kinderarmut darzustellen. Aufzuzeigen wer sich für die Betreuung armer Kinder engagiert und wie politische Lösungen aussehen könnten.
Eine wissenschaftliche Ausarbeitung war nicht mein Anliegen.
Mein Artikel befindet sich somit auch nicht in Konkurrenz zu Ihren wissenschaftlichen Ausarbeitungen unter http://www.meudalismus.dr-wo.de zu den Themen Kinderarmut, Einkommen und Geld/Kaufkraft.
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