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Sind Iraker gewalttätig?

1. März 2009 [ Kein Kommentar ]

Was ist denn das für eine Frage, mögen Sie sagen. Aber wenn vom Irak die Rede ist, geht es da nicht fast immer um Gewalt? Schiiten gegen Sunniten, Islamisten gegen Christen. All das geschah und geschieht. Und doch: es gibt Menschen, die für Gewaltfreiheit eintreten. Einer von ihnen kommt demnächst nach Deutschland.

La ist arabisch und heißt nein. Onf ist das arabische Wort für Gewalt. Laonf ist der Name eines Netzwerkes im Irak, das der Gewalt ihr Nein entgegenschleudert und für gewaltfreie Konfliktlösung im noch immer besetzten Irak eintritt. Haidar Jaseb ist einer von den Aktiven von Laonf und er besucht Deutschland auf Einladung der deutschen Friedensorganisation Bund für Soziale Verteidigung (BSV). Er ist Muslim und für ihn ist Gewaltfreiheit – anders als viele Menschen im Westen glauben – kein Gegensatz zum Islam. Es gebe vielmehr eine islamische Tradition der Gewaltfreiheit. Und er erinnert etwa an den engen Freund Mahatma Gandhis, Ghaffar Khan, der eine Friedensarmee aufbaute, um gegen die britischen Besatzer zu kämpfen. Bei Laonf arbeiten Menschen mit ganz unterschiedlichen Religionen oder Ideologien zusammen, aber sie eint das Ziel, eine Kultur der Gewaltfreiheit im Irak auszubreiten.

Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Aussöhnung nach Gewalttaten in lokalen Gemein­schaften. Gleichzeitig lehnt sie Besatzung und Krieg als Mittel, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen, ab.

Laonf veransaltet jährlich eine Woche der Gewaltfreiheit, in der sie Informationskampagnen, Workshops und Trainings über Konfliktbearbeitung und gewaltfreie und strategische Planung eines friedlichen Kampfes durchführt. Sie geht zum Beispiel in Kindergärten und verteilt dort Spielzeug, das nicht gewaltverherrlichend ist. Und sie warb für Gewaltfreiheit im Vorfeld der Wahlen im Herbst 2008.

Vielleicht sollte Präsident Obama doch schneller seine Soldaten zurückziehen und statt dessen diese gewaltfreien Kämpfer unterstützen. Sie hinterlassen hundertprozentig keine Kollateralschäden – jedenfalls keine negativen.

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Autor/in: Stephan Brües Bilder: peacefultomorrows.org Abo: RSS-Feed | Mehr...


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